Ste­fan Kutzenberger

Stefan Kutzenberger

Lesung

So., 19. April ’26

17:00

Tru­cker­haus

Die Lis­te der Lebenden

Lesung/Literatur

Sep­tem­ber 1858, mit­ten auf dem Atlan­tik. Eine nicht mehr ganz jun­ge Frau treibt nackt auf einer Tür lie­gend in den sach­ten Wel­len. Die Son­ne scheint und in Gedan­ken ist sie in Dänemark.

Hen­ri­et­te Wulff, aus bes­ter däni­scher Fami­lie, ist drei­und­fünf­zig, als sie sich ent­schließt, ihre Hei­mat hin­ter sich zu las­sen und nach Ame­ri­ka aus­zu­wan­dern. Trotz ihres umtrie­bi­gen Sozi­al­le­bens in den Salons Kopen­ha­gens, trotz ihrer zahl­rei­chen Bekannt­schaf­ten in Euro­pa. Und trotz ihrer inten­si­ven Freund­schaft mit dem Dich­ter Hans Chris­ti­an Ander­sen, mit dem sie über Jahr­zehn­te hin­weg Hun­der­te Brie­fe wechselte. 

Doch die Über­fahrt endet in einer Kata­stro­phe, der größ­ten Schiff­fahrts­ka­ta­stro­phe des 19. Jahr­hun­derts. Inmit­ten der Trüm­mer des Damp­fers »Aus­tria« bleibt Hen­ri­et­te nichts übrig, als in Gedan­ken wei­ter Brie­fe an Ander­sen zu ver­fas­sen, ahnend, dass er zu Hau­se in sei­ner Schreib­stu­be auch nicht anders kann, als ihr zu schreiben.

Ste­fan Kut­zen­ber­ger erzählt die Geschich­te einer uner­kann­ten Lie­be zwi­schen zwei Men­schen, die erst im Ange­sicht des Todes begrei­fen, wie eng sie ein­an­der ver­bun­den sind.