Das Wirts­haus braucht Ver­än­de­run­gen — zwi­schen Wir­te­man­gel und neu­en Chancen

Tra­di­tio­nel­le Gast­häu­ser gera­ten zuneh­mend unter Druck. Gleich­zei­tig ent­ste­hen inno­va­ti­ve Kon­zep­te, die zei­gen, wie sich Gast­freund­schaft, Regio­na­li­tät und Erleb­nis neu ver­bin­den las­sen. Das Kamin­ge­spräch „Wirts­haus im Wan­del“ beleuch­te­te die Her­aus­for­de­run­gen der Bran­che und mach­te deut­lich: Die Zukunft des Wirts­hau­ses liegt in sei­ner Einzigartigkeit.

Nie­der­ös­ter­reichs Wirts­häu­ser ste­hen vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen: Immer mehr Betrie­be kämp­fen mit Per­so­nal­man­gel, stei­gen­den Kos­ten und ver­än­der­ten Rah­men­be­din­gun­gen. Was sind die Ursa­chen die­ser Ent­wick­lung und wel­che Wege gibt es, die tra­di­tio­nel­le Wirts­haus­kul­tur zu stär­ken? Dar­über dis­ku­tier­te ORF-Mode­ra­tor Micha­el Bat­tis­ti am 10. Juni 2026 beim Kamin­ge­spräch in Guten­brunn mit Wir­tin und Schau­spie­le­rin Mit­zi Barel­li, dem Obmann der Wirts­haus­kul­tur Nie­der­ös­ter­reich Hart­muth Rame­der sowie Die­ter Jus­ter, der sein Büh­nen­wirts­haus in Guten­brunn der­zeit zum „Gäs­te­haus am Lebens­weg“ weiterentwickelt.

Mit­zi Barel­li sah auch struk­tu­rel­le Pro­ble­me, wie den man­geln­den Aus­bau des Trans­port­we­sens, als Grund für den Per­so­nal­man­gel. „In der Gas­tro­no­mie mit ihren spä­ten Dienst­zei­ten hat Per­so­nal ohne Auto in der Regi­on kei­ne Chan­ce.“
Zudem sei die Arbeit im Kol­lek­tiv­ver­trag viel zu gering bewer­tet, was Hart­muth Rame­der eben­falls als ein Kern­pro­blem sah.  „Um das Per­so­nal halb­wegs ange­mes­sen bezah­len zu kön­nen, muss ein Wirts­haus heu­te Prei­se auf die Spei­se­kar­te schrei­ben, die sich vie­le Men­schen in Zei­ten der Teue­rung nicht leis­ten kön­nen.“ Um die­ses Dilem­ma zu bekämp­fen, wür­de es viel­leicht auch poli­ti­sche Unter­stüt­zung brau­chen. Und neue Per­spek­ti­ven, um jun­ge Men­schen für den Beruf zu begeistern.

Ori­gi­na­li­tät als Schlüs­sel
Die­ter Jus­ter beschrieb die­sen Beruf als einen der schöns­ten, den man sich vor­stel­len kön­ne. „Das Wirts­haus bie­tet mehr Mög­lich­kei­ten, als vie­le den­ken.“ So sah das auch Mit­zi Barel­li, als sie ihre Kri­mi­din­ner-Aben­de ins Leben rief, in denen sie Thea­ter und Kuli­na­rik ver­bin­det – und sich über aus­ver­kauf­te Aben­de freut.

Ori­gi­na­li­tät ist auch Die­ter Jus­ters Trumpf, wenn das Büh­nen­wirts­haus Jus­ter zum „Gäs­te­haus am Lebens­weg“ wird. Der „Lebens­weg“ ist ein 270 Kilo­me­ter lan­ger Rund­wan­der­weg, der den wach­sen­den Bedürf­nis­sen der Men­schen nach Natur­er­fah­rung und Gemein­schaft Rech­nung tra­gen soll. Die­ses Ein­ge­hen auf den Gast sah Hart­muth Rame­der als Schlüs­sel für das „Wirts­haus der Zukunft“. Auf die Wün­sche der Gäs­te zu hören und ihnen ein ein­zig­ar­ti­ges Erleb­nis zu bie­ten, das sie nur im Wirts­haus finden.

Das Kamin­ge­spräch von Kultur.Region.Niederösterreich und ORF Nie­der­ös­ter­reich kann unter www.kulturregionnoe.at/kamingespraeche nach­ge­hört werden.